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Ich bezeichne die Schweizer als äusserst stilsicher, nicht weil die sie sich beim Anziehen besonders viel überlegen, sondern weil er/sie generell nicht wirklich viel riskiert. Das kleine Schwarze. New York ist ein tolles Pflaster, um das pure Gegenteil zu beobachten. Wir lieben Carrie Bradshaw, würden uns jedoch niemals im Leben von ihrer Stylistin Patricia Field einkleiden lassen. Ich habe mir den Film „Der Teufel trägt Prada'' dreimal angesehen - jedes Mal mit der Ausrede, dass ich das letzte Mal nicht richtig aufgepasst habe. Die Wahrheit ist: Das Drehbuch ist mir Wurst, aber die Kleider, Schuhe, Taschen, Gürtel und was auch immer man in New York zu normalen Arbeitsstunden trägt, ist der absolute Wahnsinn!! Wie kann man mit Christian Louboutins (christianlouboutin.com) im Regen aufs Taxi springen und überhaupt den ganzen Tag darauf stehen und dabei SO gut aussehen?!?!.
Eigentlich bin ich jetzt nicht in Zürich, sondern in New York - Central Park. Was ich mit meiner Einleitung klarstellen möchte, ist, dass die Leute in New York in punkto Fashion nicht reicher, gescheiter, schöner etc. sondern grundsätzlich einfach etwas einfallsreicher und mutiger sind. Es ist ein echtes Vergnügen, der Stadt beim Leben zuzusehen.
Eine gute Freundin hier macht mich mit ihren Nieves Lavi-Kleidchen (nieveslavi.com), die sie sich im In-Store Intermix (intermixonline.com) kauft, immer wieder aufs neue etwas neidisch. Sie steht morgens auf, zieht sich so ein buntes Kleidchen über den Kopf und sieht einfach fantastisch aus! Nachdem ihr der Zeitungsverkäufer und die Starbucks-Barista dann auch noch mit einem ''good morning sweety, how are you today?'' den Tag versüsst haben, sieht sie noch besser aus. Mich persönlich kann man morgens nicht mit einem bunten Kleidchen retten. Ich trage lieber einen XL Free City Trainer (freecitysupershop.com) ... Irgendwie cool.
Am meisten gebe ich in New York in den coolen Vintage-Stores down town in Soho aus. Ausserdem verbringe ich da auch die meiste Zeit. Zeit ist Geld! Coole Rock-Shirts mit verwaschenem Aufdruck, Ledertaschen, Fell-Westen und Stiefel. Eine tolle Sache!
Nebst shoppen „up and down town", stundenlangem Laufen, Schlittschuhlaufen im Rockefeller Center und unzähligen Teetassen im Regency Hotel gibt es ja da noch das Nachtleben. Wie soll ich meinen Jetlag denn sonst überstehen? Anfangen tut der Spass meistens in einem Restaurant, wo man vor der Vorspeise schon leicht angetrunken ist, weil man - Reservation hin oder her - einfach generell mal locker eine halbe Stunde an der Bar auf seinen Tisch warten muss.
Zum Beispiel im Mr. Chows downtown oder dem Pastis in Meatpacking District. Naja, nach einem ''late'' dinner geht es dann weiter in die Rose Bar (gramercyparkhotel.com/bars), der Bar des legendären Grammercy Park Hotels, dass der berühmte Künstler Julian Schnabel zu dem gemacht (designed) hat, was es heute ist. Ob mir der Eintritt in diese Bar gelingt oder nicht, hängt immer von der Laune des Türstehers und meinen Nerven ab. Denn auch da ist - Gästeliste hin oder her - ANSTEHEN und WARTEN angesagt.
In dieser Bar saufen sich geborene Rockstars wie Lizzy Jagger, Keith Richards Töchter und It-Girls wie Lindsay Lohan, Mena Suvari und Paris Hilton regelrecht unter den Tisch. Die Tischpolitik ist da nicht so kompliziert wie in Zürich. Da gilt nicht ''wer hat den reicheren Daddy und die dunkelst eingefärbte Kreditkarte'' sondern ''wer genau bist du, dass du dich getraust, uns nach einem Tisch zu fragen?'' oder ''Ach, Mr. Di Caprio, natürlich haben wir noch was frei für sie''. Was mache ich? Ich würde mich eigentlich liebend gerne auf Leo's Schoss setzen aber wie ich gemerkt habe, steht der ''König der Welt'' eher auf Blondinen.
Hier noch ein kleines Beiwort an Models wie mich und andere Mädels aus der Schweiz, die ihr Brot damit verdienen, sich vor der Linse zu räkeln:
Wenn ihr nach New York kommt und es schafft, in die Rose Bar zu kommen und euch jemand nach eurem Beruf fragt, sagt einfach Krankenschwester, Innenarchitektin, Psychologin oder sowas ähnliches, weil mit der Rechtfertigung ''Model'' kommt ihr da nicht weit. Denn die Konkurrenz arbeitet bei Victoria‘s Secret, Swimsuit Illustrated, L'Oreal (weil ich es mir wert bin und so...) und Maybelline New York. Also eigentlich geht das ja nicht mehr unter Konkurrenz. Sie tragen Männerhemden, Hüte, waschen ihre Haare nicht, sind ungeschminkt und schauen immer noch verdammt gut aus!
Gemein ist vor allem, wenn sie sich in ein Schlauch-Kleidchen von Herve Leger (herveleger.com) zwängen (und da auch noch reinpassen), das knapp bis zum Po-Backen-Rand reicht, mit ihren überdimensionalen Stelzen in der Bar rumstolzieren. Traurig, aber wahr...
Naja, das Leben geht weiter, denn die Nacht ist noch jung und das nächste Ziel der New Yorker Nr. 1 Club ''1 OAK''. Da tummelt sich die oberste Liga der New Yorker Entertainment-Szene: Beyonce mit ihrem Gatten Jay-Z im Schlepptau, Usher, P.Diddy, Leo Di Caprio (ich glaube, er läuft mir nach!), Rihanna mit ihrem süssen Chris Brown und die schöne Dekoration mit den Stelzen, den Schlauchkleidchen und fettigen Haaren überall, wo man hinsieht.
Nebst unnötigem ''ChitChat'' und gnadenlosen Flirtattacken des männlichen (betrunkenen) Geschlechtes dreht sich eigentlich alles nur um die Musik. Eine tolle Mischung aus Hip Hop, R'N'B und Rock'n'Roll. Es kommt immer darauf an, welcher Superstar gerade im Laden sitzt... Um dessen Ego etwas zu stärken, spielt der DJ dann immer die eigene Musik des Gastes. Da haben wir ja heute Schwein gehabt. Stellt euch vor, Madonna, Jessica Simpson oder Pink wären da gewesen!
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