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Brad Pitt war da! Und er hat sich mal schnell ein Bild gekauft für eine Million Schweizer Franken. Die Pinselstriche des Deutschen Malers Neo Rauch haben ihn zu diesem Spontankauf verführt.
Das ist wohl vergleichbar damit, wie wenn wir bei H&M kurz reinmarschieren, um uns ein weisses T-Shirt zu kaufen.
Brad Pitt leistete sich also quasi ein neues Shirt und ich wollte wissen, was die weltweit wichtigste Kunstmesse wohl ausstrahlt, dass man hier in einen solchen Kaufrausch geraten kann (bei nötigem Kleingeld, versteht sich)?
So zog ich letzten Samstag los Richtung Art Basel, ohne Geld aber mit Freundin Sabine.
Die Aura Pitt's war längst verflogen. Das stellten wir sofort fest, als wir vor der Messehalle standen. Wir warteten mit einer Horde von Kunstinteressierten um Viertel vor elf vor der Absperrung. Drängeln und Stossen wie bei einem Pop-Konzert.
Kunst ist in!
Die Schweizer Pünktlichkeit - Hallelujah! Punkt elf Uhr gingen die Tore auf und die Masse setzte sich in Bewegung. Einmal drin, konnte man auch wieder atmen. Nur Brad Pitt's Duft war definitiv nicht mehr auszumachen.
Aber Brad war schnell vergessen über all den Kunstwerken, verständlich (ahhh!) und weniger verständlich (hmmm...) und überhaupt nicht verständlich (hä?), an denen man sich satt sehen konnte.
Highlights:
Schräg: Video mit zwei unförmigen nackten Puppen, die einen Monster-Hund gebären. Da wir einen Lachkrampf kriegten, hab ich mir den Namen des Künstlers leider nicht merken können.
Ergreifend: The Starving of Sudan by Xu Zhen. Eine Neuinszenierung der tragischen Situation, die das Foto von Kevin Carter zeigt, mit dem er 1994 einen Pulitzer-Preis gewann. Ein sudanesisches Baby wälzt sich am Boden, dahinter wartet ein Geier. Beim Schwenk der Kamera sieht man, wie Dutzende Fotografen diese inszenierte Szenerie ablichten. Kurz nach der Verleihung des Preises beging Kevin Carter Selbstmord.
Faszinierend: Die Video-Installation über drei Flatscreens - bis ins letzte Detail perfekt inszeniert.
Schwindel erregend: Das Sonnenbrillen-Haus. Man steht drin, wird von hunderten Sonnenbrillen begafft, die hin- und her schwenken. Irgendwann schwankt einfach alles und man kann nur noch schnellstmöglich raustorkeln.
Ungewollt komisch: Als Galleristen zwischen Ihren Kunstwerken speisten und das Publikum stehen blieb und zuschaute, obwohl der Lunch-Break definitiv KEINE Kunst war...
Sie ist bereits Geschichte, die 40. Ausgabe der Art Basel. Und wir waren dabei. So wie 61'000 Künstler, Kuratoren, Sammler und Kunstinteressierte und Brad Pitts und Co. Aber die Kunst war auch ohne die VIP-Installation richtig spannend.
Fussnote: Zum Glück trug ich bequeme Schuhe (sehr viele Ladies kamen mit Keilabsätzen! Art-Trend! Und sensationnell bequem) und eine praktische Beutel-Tasche (die ich NICHT abgeben musste, da sie genug schmal war).
Kleider Anna Maier:
Kurzarm-Body weiss von Sonja Kiefer http://styleme.ch/product/sonja-kiefer-body-kurzarm-weiss/ Tasche Cezanne taupe (Wildleder) von Vic Matié http://styleme.ch/product/vic-matie-tasche-cezanne-taupe/ Sandale Renoir/Gauguin beige (Wildleder) von Vic Matié http://styleme.ch/product/vic-matie-sandale-renoir-gauguin-beige/
PS: Die Installation links fand ich besonders gelungen. Und hätte sie mir beinahe unter den Nagel gerissen...
...bis die Serviertochter alles unwirsch abräumte.
Foto Brad Pitt: Stefan Bohrer, Blick Fotos Anna Maier: privat
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