Eingesperrt
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Zugegeben, ich liess mich freiwillig einsperren. Immer vor Augen: Gutes tun ist sinnvoll. Trotzdem war es mir dann etwas mulmig, als ich vor meinem neuen "Zuhause" stand: ein Glaskubus mitten im Hauptbahnhof Zürich, inmitten von gestresst eilenden, sprintenden, rennenden auf-den-Zug-Geher. Einmal tief durchatmen und ab in die Wohnung. Nun, die Bezeichnung Wohnung ist natürlich masslos übertrieben, es handelte sich vielmehr um ein Schaufenster, getarnt als möbliertes Zimmer. Aber die Möblierung - hallo! - war herausragend. Auf 10 Quadratmetern einen Flatscreen mit einer stattlichen Auswahl von DVDs und Wii-Spielen, eine Soundanlage, die das Zimmer beben, fast hüpfen liess, eine Kochstation mit einem ordentlich gefüllten Kühlschrank, eine Kaffee- und eine separate Tee-Maschine (in der vakumisierten Langeweile fielen mir plötzlich komische Tests ein, wie "Müdigkeits-Killer gegen Entspannungs-Getränk - was ist schneller fertig?"), ein nigelnagelneues MacBook. Meine Aufgabe: Sein. Sitzen, summen, stehen, gehen, kochen, Hände waschen, tippen, lesen, sehen, hören, nicht gehört werden. Dies natürlich nur, um das eigentliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Zeigen, wie man energiesparend leben kann, ohne eine bewusste Einbusse der Lebensqualität (das Eingesperrtsein wurde der Nicht-Einbusse der Lebensqualität natürlich abgezogen). Die EKZ als Auftraggeber hatte mir all die energieeffizienten Geräte in den Kubus gestellt, die Zurschaustellung und Vorführung derselbigen war meine Aufgabe am nationalen Energyday (hat weniger mit dem Radiosender, vielmehr mit dem übersetzten Wort "Energie" zu tun). Fazit: Man kann (und soll deshalb auch!) auf energieeffiziente Geräte umstellen, ohne dass man es wirklich merkt. Weshalb setzen wir also nicht alle auf stromsparende Geräte in unserem Haushalt? Unbedingt beim nächsten Kauf darauf achten, dass man energieeffiziente Flatscreens, Lampen, Kaffeemaschinen kauft. Mein persönliches Fazit: Ich weiss nun definitiv, was ich ohnehin schon wusste. Formate wie BigBrother wären nichts für mich. Das gemustert werden, angestrahlt, angegafft, das konnte ich zwar zeitweise ausblenden, indem ich mich auf spannende Mails und gute Musik konzentrierte. Aber als ich dann meine ernergiesparend gekochten Ravioli unter einer Energiesparlampe ass, während interessierte Augenpaare auf der anderen Seite mitassen, da wünschte ich mich doch für einen kurzen Augenblick nach Hause, da wo ich keine Energie dafür aufwenden muss zu überlegen, wie das nun ausschaut, wenn ich Ravioli kaue und ob eine Zeitung als Tischgenosse genehm ist. Auch das ist energiesparend. Auf gewisse Weise.
PS. Die Kleider? Natürlich komplett von StyleMe - wenn ich schon freiwillig ins Schaufenster sitze... :-). Der Link zum Look:
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