P(r)olo on Snow

Samstag, 30. Januar 2010

Stiefel, Leggings, Kopfbedeckung und Diamanten. Schlicht weg alles, was Frau haben muss, wurde in meinen letzten Blogs bereits beschrieben. Nun dreh' ich den Spiess einmal um. Könnt ihr euch einen Mann in Leggings mit Stiefeln, Kappe und Diamanten vorstellen, so richtig sexy, stylish, heiss, und das ganze noch im Winter, ohne Mantel? Nicht? Ich schon, und wie!



Jedes Jahr der gleiche Leckerbissen: St. Moritz Polo World Cup on Snow. Da schmilzt sogar der Lej da San Murezzan unter den Füssen weg. Wahnsinn! Die engen Höschen, die scharfen Stiefel, die stylishen Kolonialhelme und das Polo-Pony, das so viel kostet wie ein Big Diamant Rock! Auch wenn ich nach jedem gespielten Chukker keine Ahnung habe, welche Mannschaft ein Tor geschossen hat, so weiss ich aber jeweils ganz genau, welcher Spieler den knackigsten Allerwertesten hat. Wenn ich diesen dann erkoren habe widme ich mich anschliessend den Fouls neben dem Spielfeld:



Männer in Pelzmänteln, die einem schlecht frisierten Yeti gleichen, Dior Babys, die von der frierenden Nanny im überteuerten Rolls Royce-Kinderwagen über den Schnee geschoben werden und die zitternden kleinen Kläffer (man kennt auch einen anderen Ausdruck für diese Art Hund), die ihre kleinen Schädel nicht mehr heben können, weil ihre Zungen auf dem zugefrorenen See kleben blieben, prägen leider oft das Bild der Prolos on Snow.



Ich muss zugeben, so als Statist dabei zu sein ist schon ein Erlebnis, denn die Hauptrolle überlasse ich gerne den anderen Sternchen und solchen, die schon seit Jahrzehnten verglüht sind. Doch auch diese Spezies, bekannt als altes Luxusweib, schafft es an solchen Events immer wieder aufs Neue aufzufallen. Zobel, Nerz, Leopard, Bisam, Hermlin, etc mussten Höllenqualen leiden, damit das Profil-Neuroseverhalten dieser - zum Glück seltenen Art - zum Ausdruck kommt. Sie schleichen in ihren Pelz-Moonboots um die VIP-Zelte in der Hoffnung, noch einen letzten Bissen vom Iranischen Kaviar (Russischer passt zwar besser in diese Region) zu ergattern.



Besonders auffällig wird das Verhalten dieses Luxusweibchens, wenn ein anderes, jüngeres und noch schwerer behangenes Luxusweibchen die volle Aufmerksamkeit ergattert. Das mögen die alten Schnepfen dann gar nicht, da können ihre aufgepolsterten Schnäbel sowie die gestrafften Bäcklein nicht mehr mithalten. Auch wenn sie fröhlich weiterschnattern und das eingefroren wirkende Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bringen (das hat wohl aber weniger mit der Glückseeligkeit zu tun als viel mehr damit, dass diese Weibchen ihren Chirurgen verklagen sollten), sind sie bestimmt um jeden Schluck Champagner froh, der ihnen das Grauen versüsst und sie mit einem kleinen Schwipps wieder etwas (noch) kindischer werden lässt.



In diesem Moment wende ich mich dann jeweils gerne wieder den schöneren Dingen des Lebens zu und warte den nächsten Chukker ab, denn da wird noch mit natürlichen Mitteln nachgeholfen, nämlich mit richtigen Kerlen und echten, natürlichen Stuten.



Viva la Grischa


Jessica Mor trägt:
Daunenmantel Liva black, By Malene Birger, CHF 328.00 (SALE)
Mütze Geoffrey charcoal, By Malene Birger, CHF 63.00 (SALE)

Kategorien: Jessica Mor
Jessica Mor

Jessica Mor

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Ist Mann nun Frau?

Montag, 25. Januar 2010

Okay, wir Frauen haben die Hosen an: Bundfalten, Boyfriend-Jeans. Dazu tragen wir Männerhüte, Krawatten und Männerhemden.


Aber muss nun in der Mode die komplette Umkehrung her?


Männer in Röcken, das hatten wir schon. In Fashionmagazinen ein Erfolg. Aber auf der Strasse zu sehen? Fehlalarm.


Nun, die Designer geben die Männer nicht auf.


Nach dem Hype um die hippe Metrosexualität - wir erinnern uns: Posh-Gatte David Beckham und Klum-Mann Seal, die stolz ihre frisch lackierten Fingernägel präsentierten - versuchen die Haute Couture-Designer, unsere Helden nun in enge Hosen zu stecken.


Leggings für Männer. Meggings.


Zu sehen gewesen bei den Fashionshows in Mailand (Vorschau auf Herbst/Winter 2010 - wir haben also noch eine kleine Schonfrist), dies erzählte mir der Stilexperte Jeroen van Rooijen auf DRS3.


Und sofort brach eine Lawine von Hörermails los.


„Also das geht ja gar nicht!" Renato M., GR


„Suuuuper! Nüt isch sexier aus e hübsche Rocker I änge Hose oder Leggings... Hot hot hot!!!" Bianca K., BE


„Habe diesen Herbst so Stretchhosen gekauft und ich muss sagen, die sind unheimlich bequem." Martin W., AG


„Ganz ehrlich, wenn ich an die Kunstturner, Ballettänzer und andere Männer in Strumpfhosen oder Leggings denke, dann kommt mir immer das unvorteilhafte „Päckli" in den Sinn... sieht doch irgendwie sch... aus, liebe Damen, oder?" Sergio S., LU


„Ich hoffe, dass die Frauen auch in Zukunft auf echte Männer in Hosen und T-Shirt stehen." Philipp J., BE


Auch in der DRS3-Redaktion wurde das Thema laut diskutiert. Der Tenor: Daumen runter.


Aber warum eigentlich nicht? Warum sollen Männer keine Leggings tragen? Oder trägt der süsse Prinz im Weihnachtsklassiker „3 Nüsse für Aschenbrödel" nicht welche? Und die florentinischen Mannsbilder in bunten engen Strumpfhosen, die wir in so prachtvollen Werken wie dem Zug der Heiligen Drei Könige in der Kapelle des Palazzo Medici bewundern können? Auch diese Strumpfhosen der florentinischen Renaissance würde der moderne Mann 2010 als Meggings bezeichnen.


Also, liebe Frauen: Drückt ein Auge zu, wenn der Liebste bald in Meggings antanzt. Vielleicht entpuppt er sich ja als Prinz. Und für alle, die nicht mehr an Märchen glauben: weg damit!


 


BLOG: www.schweizerillustrierte.ch/annas-woche


FOTOS: Flickr / Jasper Gregory

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Anna Maier

Anna Maier

Anna Maier war Gründerin von StyleMe.

Warum tragen Männer Leggings?

Montag, 18. Januar 2010


So war es nicht gemeint, dass Männer die werten Damen nachäffen sollen, um sich an ihrem Stil ein Beispiel zu nehmen.


Denn ob Leggings ein Ausdruck von Stil ist oder eher eine Stilblüte sind, das sei dahingestellt, aber an Männerbeinen haben sie nichts zu suchen.


... Oder doch?


... Vielleicht gerade da?


Wie so häufig, kann ein Blick in die Vergangenheit einige Wunder zu Tage bringen:;


Unsere Idee, dass Männermode dezenter als die Damenmode sein soll ist eine rein bürgerliche Vorstellung.


Betrachten wir lediglich unsere Zeitrechnung, so blicken wir auf knapp 150 dezente Jahre in der Männermode, die hunderten von Jahren voller farbenfroher und exzentrischer Herrenbekleidung gegenüberstehen.


Eine Trennung von Herren- und Damenmoden gab es nicht. Differenziert wurde lediglich zwischen der Kleidung des Bürgertums und des Adels.


Dass auf Grund der physischen Eigenschaften des männlichen und des weiblichen Körpers Unterschiede gemacht wurden, versteht sich von selbst. Dabei trugen Frauen und Männer Beinkleider, die Damen als Rock und die Herren als Vorgänger unserer heutigen Hose. Diese waren jedoch alles andere als weit oder lang.


Die knappen voluminösen Pumphosen, die gerade bis zum halben Oberschenkel gingen und über weisse Strümpfe gestülpt wurden, ließen zwar die Beine wie extatische Hühnerschenkelchen erscheinen. Sie waren aber tatsächlich Ausdruck von Männlichkeit!


Im Vergleich zu den bunten engen Strumpfhosen der florentinischen Mode der Renaissance, die wir auf so prachtvollen Werken wie dem Zug der Hl. Drei Könige in der Kapelle des Palazzo Medici bewundern können, waren sie harmlos. Der florentinische Mann trug wirkliche Leggings.


Dass diese Form der Bekleidung aus der Herrenmode verschwand, lag nicht nur an einem Wandel unseres ästhetischen Empfindens und dem Bruch mit der adeligen Hofmode des 18. Jh., wo die Herren auch durch bestrumpfte stramme Waden glänzten, sondern auch am Fakt der reinen Bequemlichkeit.


Materialien und Verarbeitungstechniken, die unsere heutigen Leggings zu einem Wohlfühlobjekt machen, gab es schlicht und einfach nicht. Weit geschnittene Hosen für den arbeitenden Mann waren einfach bequemer und verwiesen auf Arbeit, sowie Tatkraft und sind somit Ausdruck seiner Tüchtigkeit und Männlichkeit.


Ob wir Männer nun in Leggings etwas hermachen, kann nur salomonisch bewertet werden. Schauen Sie sich einfach die Waden an, wenn Man(n) es tragen kann?



FOTO:
flickr / KnOiuKi


Sebastian Fischenich

Sebastian Fischenich

Der Creative Director bei Bel Epok Zürich/Köln sowie Gast-Professor an der Universtität der Künste Berlin wirft wöchentlich einen theoretischen Blick auf die Mode

Racha is down under

Sonntag, 10. Januar 2010

New year, new you:


Sie heisst nun Racha Fajjari Reichold (ja, liebe Jungs, stark sein! She did it...), trägt ein süsses Geheimnis unterm Herzen und reist mit ihrem Liebsten gerade durch Australien. Wow, wie das Leben manchmal so spielt!

Hätte man ihr vor einem Jahr an Silvester gesagt, dass sie ins 2010 mit Ehemann, Baby im Bauch down under rutscht, so hätte sie wohl ihr strahlendstes Racha-Lächeln aufgesetzt und sich an den Kopf getippt. Aber ihr Leben ist gerade völlig auf den Kopf gestellt. In jeder Beziehung.

Und da sie jetzt gerade auf der gegenüberliegenden Weltkugelseite steht, sitzt oder liegt und vor allem flittert, schreibe ich diese Zeilen nieder.

From Racha with love kamen ein paar happy Zeilen, liebe Grüsse und Fotos. Zuverlässig wie immer vergisst Racha ihren Blog-Termin nicht und nimmt uns mit auf ihre Reise. Die Fotos sind selbstredend.

Ach, was sie am Telefon noch erwähnte:

Die australischen Fashionistas seien vor allem eines: Sehr entspannt und lässig. Nichts gestyltes, eher gemütlich.

Basic: UGG-Boots (und dies übrigens auch im Sommer! Ja, in Australien ist es momentan heiss. Richtig! Sommer. Januar ist laut Statistik Australiens heissester Monat. Nein, wir sind nicht neidisch. Grmmmmpf.). Die bequemen Schaffellstiefel, die fast jeder Frau aber fast keinem Mann gefallen. Die kommen ja auch aus Australien und sind aus dem Freizeitlook nicht wegzudenken.

Als Alternative kurven auch ganz viele Converses durch die Strassen.

Der Ringelpulli war auch bei uns der Hit, wird nach wie vor sehr gerne getragen von den Ladies down under: der Männerhut (schützt auch vor zuviel Hitze. Grmmmmmpf 2).

Natürlich gibt es einen kleidertechnischen Unterschied zwischen den Grossstädten und den Orten am Meer. Aber auch die Arbeitsbienen sind nie überstylt. Weniger ist definitiv mehr.

Wer hip ins 2010 starten möchte, der lässt das zahme Kätzchen im letzten Jahr zurück und mutiert zur Wildkatze. Animal-Print ist in-in-in. Und zwar auf dem ganzen Globus. Hose, T-Shirt, Mantel. Je nachdem, wieviel Wildkatze es sein darf.

Racha mag den Schal (und wir mögen sie darin - what a beauty!).

Damit wir auch gar nicht auf die Idee kommen, ein drittes Grmmmpf anzuhängen, schickt uns die Bloggerin aus der Ferne auch noch einen kitschigen Sonnenuntergang... Jetzt reichts!

Komm bald wieder!


Das ist ein Befehl.



AM für RFR

Kategorien: Racha Fajjari
Racha Fajjari

Racha Fajjari

Als Model und Networkerin tanzt sie auf internationalem Parkett an vorderster Front mit. Für StyleMe berichtet sie über Fashion und VIP's all over the world.

Tips for tops

Sonntag, 03. Januar 2010


Man sagt ja so oft: Girls können nie genug Schuhe haben. Nun, für meine Ladies gilt: Sie können nicht genug Tops haben!


Und trotzdem: Obwohl man anhand der grossen Top-Auswahl in allen Läden denken könnte, es wäre eine Leichtigkeit, ein passendes Oberteil zu finden, ist dem nicht so. Nicht jedes Top ist top. Es kann Stunden, sogar Tage dauern, um das für Sie perfekt passende Top zu finden.


Starten wir das Jahr also mit einem praktischen Tipp.


Um die Suche ein kleines bisschen einfacher zu gestalten, habe ich mich umgehört und nun folgendes für Sie zusammengestellt:


- DIE FARBE: Wählen Sie "uni". Neutrale Farben, fangen Sie am besten mit grau, beige, schwarz oder weiss an. Dunkelblau oder Chocolate brown sind auch einfach zu tragen. Vermeiden Sie zu helle, knallige Farben oder zu ausgefallene Schriften.


- DAS MATERIAL: Feel good, look good. In edlen Stoffen und stilvollen Schnitten kann das Top noch so crazy aussehen, billig wirkt es nie. Wählen Sie also Materialien wie Baumwolle, Viscose oder Seide, Wolle oder natürlich Kaschmir. Basics sollten einfach zu waschen sein.


- DER STYLE: Suchen Sie eine Form, die Ihrem Körper schmeichelt. Das T-Shirt darf ruhig körperbetont sitzen, muss also nicht weit sein, aber auch auf keinen Fall zu eng geschnitten. Es soll sinnlich ausschauen, nicht sinnlos billig.
Also: Für den kleinen, weiblichen Typ: Ein V-Neck sieht immer gut aus, weil es optisch den Hals verlängert. Und für die kurvenreiche Figur ist das Rundhals-Shirt das ideale.


Im Winter sieht ein Rollkragenshirt toll aus - in Seide oder in einem wohlig-warmen Kaschmir-Mix, unbedingt klassische Form wählen (dabei immer den Stil von Ikone Audrey Hepburn im Kopf haben!).


Hängen Sie Ihre Tops IMMER an Kleiderbügel, die mit Schaumstoff unterlegt sind (natürlich immer vorausgesetzt, in Ihrem Schrank ist genügend Platz vorhanden...). So bleiben ihre Tops einfach länger schön, ausserdem ist es einfacher, sie in den Tiefen Ihres bestimmt gut gefüllten Kleiderschrankes zu finden!


MASTER-TIPP: Wie auch immer Ihr Lieblingstop aussieht - ob im Retro-Blumenlook oder im coolen Funky-Print, mit sexy Spaghetti-Trägern oder im 80ger-Stil, mit Schulterpolstern oder mit viel Bling-Bling - wenn Sie Ihr Lieblingstop endlich gefunden haben, kaufen Sie unbedingt zwei davon!


Kategorien: Clifford Lilley
Clifford Lilley

Clifford Lilley

Der international tätige Stylist und Buch-Autor ("Der Dresscode" mit Jeroen van Rooijen) beäugt die Star-Outfits an den grossen Events. Für StyleMe analysiert er, was top ist.


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